Juliane Wurm zieht sich aus dem Wettkampfgeschehen zurück

© DAV/Marco Kost
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Eine der besten Boulderinnen der Welt gibt ihren Abschied: Juliane Wurm hat heute über Facebook bekannt gegeben, in Zukunft nicht mehr im Wettkampfcircus mitmischen zu wollen. In den letzten 10 Jahre hatte sie sich vom Nachwuchstalent zu einer festen Größe in der Leistungsspitze gemausert. Diesen Status aufrechtzuerhalten, forderte zuletzt allerdings mehr ab, als sie noch zu investieren bereit ist – das zumindest klingt in ihrem Statement durch.

Darin heißt es, das internationale Wettkampfgeschehen erfordere viel Hingabe, ausgiebiges Training und mache vor allem während der Sommermonate ein Leben aus dem Koffer nötig. Diese Zeit habe ihr unvergessliche Momente, Freundschaften und wertvolle Erfahrungen beschert, gleichzeitig sei aber ihre Motivation geschwunden. Sie freue sich nun darauf, sich Dingen widmen zu können, die ihr in den letzten Jahren gefehlt hätten – beispielsweise Zeit beim Klettern in der Natur oder mit Familie und Freunden zu verbringen. Außerdem wolle sie sich verstärkt auf ihr Medizinstudium konzentrieren, so Wurm.

In völliger Wettkampfabstinenz wird sie sich wohl dennoch nicht üben. Kleinere Cups, in denen es eher um den Spaß geht, möchte die 24-Jährige auch weiterhin bestreiten. Ihre vorerst letzte große Veranstaltung steht kommendes Wochenende an. Dann wird sie beim Deutschen Bouldercup in Friedrichshafen antreten.

Die Ankündigung kommt etwas überraschend. Zwar hatte Wurm schon auf den Start bei den letzten Weltcups in Chongqing und Haiyang verzichtet, zeigte sich kürzlich in einem Gespräch mit der FAZ aber noch enthusiastisch. Sie gab zu, nach dem Weltmeistertitel vergangenes Jahr über einen Abschied nachgedacht zu haben, weil es nicht viel mehr zu gewinnen gäbe, versicherte aber gleichzeitig, dass ihr die Reisen, die Menschen und die Freundschaften fehlen würden. Ihre anderen Wünsche scheinen nun aber doch schwerer gewogen zu haben.

Die Entscheidung ist nachvollziehbar, auch wenn sie sicher vielen Boulderfans fehlen wird. Schließlich war es immer wieder beeindruckend und motivierend, mit welcher Leichtigkeit und Eleganz diese Frau die schwersten Züge nach einem Kinderspiel aussehen lassen hat. Bleibt nur noch, ihr viel Glück und Erfolg bei zukünftigen Herausforderungen zu wünschen und auf das eine oder andere Wiedersehen zu hoffen.