Die Klettercommunity trauert um Dean Potter

Dean Potter
Bildquelle: Prana/Vimeo

Seit heute Morgen machen traurige Nachrichten die Runde. Der Ausnahmekletterer und Extremsportler Dean Potter ist dieses Wochenende bei einem Wingsuit-Sprung im Yosemite Valley tödlich verunglückt. Er war am Samstagabend gemeinsam mit seinem Freund Graham Hunt vom Aussichtspunkt Taft Point gestartet und noch vor dem Ziehen des Fallschirms gegen eine Felswand geschlagen. Auch Hunt, der kurz nach Potter gesprungen war, kollidierte mit der Wand und verlor dabei sein Leben. Die beiden hatten laut Medienberichten versucht, zwischen zwei Felsen hindurchzufliegen.

Potter war für seine waghalsigen Grenzüberschreitungen bekannt. Nachdem er sich als Kletterer von schwersten Routen und mit Speed-Begehungen einen Namen gemacht hatte, zog es ihn auf die Slack- und Highline und zum Base-Jumping. Seine Liebe für den Klettersport begründete er auch damit, dabei tun und lassen zu können, was er wolle. Diese Experimentierfreude fand unter anderem in der Kombination von Base-Jumping und Klettern Ausdruck, die er als FreeBase bezeichnete. Nur mit einem Fallschirm als Sicherung ausgestattet begann Potter, sich im alpinen Gelände auszutoben. Dazu gehörte auch die erste quasi ungesicherte Begehung der Route Deep Blue Sea an der Eiger-Nordwand, bei der er sich 2008 nur mit einem Schirm absicherte.

Dass seine Leidenschaft lebensgefährlich werden könnte, war Potter bewusst. In einem Interview mit seinem Sponsor Prana erklärte er, daraus sogar Inspiration für sein Leben zu ziehen und zu versuchen, ein möglichst umgänglicher und liebevoller Mensch zu sein. Während er von Freunden und Bekannten tatsächlich als freundlich und bescheiden beschrieben wurde, scheute Potter nicht immer vor Konfrontationen zurück, wenn es um das Erreichen seiner Ziele ging. Er geriet deshalb mehrfach in Konflikt mit den Behörden und seinen Sponsoren. Auch bei seinem letzten Sprung setze er sich über die offiziellen Vorschriften hinweg, die Base-Jumping im Yosemite Valley verbieten.

Dean Potter wurde 43 Jahre. Der ebenfalls verunglückte Graham Hunt war 29 Jahre jung.