Bouldern in Kjugekull – Die erste Woche

Kjugekull bouldern Kluvna stenenKnapp eine Woche Boulderei an schwedischem Granit liegt mittlerweile hinter uns. Dabei haben sich zwei Dinge ganz klar gezeigt: Zum einen sind die Bewertungen in Kjugekull zum Teil wirklich knackig, zum anderen muss man sehr schonend mit der Ressource Haut umgehen. Wer abrutscht, darf, will danach aber möglicherweise eine Weile nicht noch mal. Die Qualität der Probleme macht die Aggressivität des Gesteins jedoch in jedem Fall wett.

Nichts für Kjuge-Neulinge: Die Sagostenen

Es kommt allerdings auch auf das Gebiet an. Nachdem wir am ersten Tag den Sektor Mocca erkundet haben, der mit eher flachen Bouldern aufwartet, ging es am Folgetag zu den Sagostenen, die zu den routenreichsten Waldabschnitten gehören. Im Nachhinein war das möglicherweise nicht der richtige Anlaufpunkt. Bis auf ein paar interessante Platten im 5. Grad und den Jürgen-Block, der vor allem mit einfallsreichen Bouldernamen glänzt („Jürgen“, „Jürgen direkt“, „Jürgen indirekt“, „Jürgen indirekt direkt“) gab es abgesehen von wunden Fingern nicht viel zu holen. Zu weniger spannenden Linien kommt das vermutlich verblockteste Absprunggelände, das man in Kjugekull finden kann – zumindest ist uns in den Tagen danach nichts derart Unattraktives mehr untergekommen. Wer zum ersten Mal im Wald von Kjuge bouldert, sollte diesen Sektor eher meiden.

Kluvna stenen Highball
Zwei acht Meter hohe Blöcke markieren den Eingang zu den Kluvna stenen.

Kluvna stenen: Groß und lohnenswert

Einen schönen Gegensatz bieten die Kluvna stenen. Hier finden sich bis dato die meisten Linien und ein in drei Teile zerbrochener acht Meter hoher Block, der den Eingangskorridor zum Sektor bildet und ein echter Hingucker ist – auch weil man sich genügend Mut und Kraft vorausgesetzt an den steilen Kanten nach oben arbeiten kann. Aber auch für weniger Wagemutige gibt es reichlich zu tun. Mit etwa zwei Dutzend Felsen in allen Größen und Formen samt ebenen Landezonen kommt hier fast ein wenig Bleau-Feeling auf.

Angenehm ist zudem, dass die Oberfläche vieler Blöcke feiner als in anderen Sektoren ausfällt. Klappt ein Patscher auf den Griff hier mal nicht, wird das also nicht gleich mit roten Striemen auf den Fingerkuppen bestraft. Gleichzeitig sind die Bewegungen an vielen Problemen spannend genug, um etwas mehr Gas zu geben. Nicht übermäßig hart, aber mit Sicherheit interessant sind Linien wie Hajfena (Fb 5) und Mr. Magnet (Fb 6b). Etwas schwerer und ähnlich lohnenswert fallen Monolith (Fb 7a+) und Häleri (Fb 7a) aus. Wer nach Kjugekull kommt, sollte die Kluvna stenen deshalb keinesfalls verpassen.

Bouldern in Kjugekull – Der erste Eindruck
Bouldern in Kjugekull – Die erste Woche
Bouldern in Kjugekull – Mein Fazit